Bewaffnete Rangordnungen stehen negativem Denken nahe

Der Dienst-am-Selbst-Pfad von Polarität (VIII)

Innerhalb jeder unserer Gesellschaften haben die bewaffneten Dienste von Land, Region, Bezirk und Stadt, in der wir leben, eine vorwiegend zu Dienst-am-Selbst orientierte Polarität. Die Regeln der U.S. Army, als ein Beispiel, sind hierarchisch. Was die einfachen Soldaten tun, wird den Sergeants zugeschrieben oder vorgeworfen. Was die Unteroffiziere tun, dafür wird den Leutnants Anerkennung gezollt oder die Schuld gegeben. Dies geht die Ränge weiter hoch zu den Generälen, die für ihre ganze Armee das Verdienst zugeschrieben bekommen oder getadelt werden.

Die Offiziersränge in anderen bewaffneten Kräften, wie beispielsweise der Navy, Air Force und Küstenwache und der Polizeidirektionen und Sheriff-Dienststellen, haben unterschiedliche Bezeichnungen und folgen einer anderen Rangordnung. Das Ansammeln von Ruhm oder Tadel für die Arbeit, die bis zu dem dafür Verantwortlichen getan wurde, ist das gleiche. Die Top-Militärs in einer Armee, zum Beispiel, haben keine Schwierigkeiten damit, Menschen in eine Schlacht zu befehligen, selbst wenn sie im Voraus wissen, dass die Möglichkeit besteht, dass sie dabei alle umkommen. Ihre Ziele sind politisch, ökonomisch und kommerziell orientiert, und ideologisch. Die Menschen, die innerhalb der Armee ihre Strategien und Befehle ausführen, werden als Schachfiguren auf ihrem Spielbrett, oder um einen Slang-Begriff zu verwenden, als Kanonenfutter, betrachtet. „Eine Futter-Einheit“ oder OFU (engl. one fodder unit) ist mutmaßlich der Begriff, der für „einen Durchschnittsbürger“ von einigen unserer Führer verwendet wird.

Die Inquisition und anderer religiöser Fanatismus

Der Dienst-am-Selbst-Pfad von Polarität (VII)

Die verschiedenen römisch-katholischen Inquisitionen sind ein weiteres gutes Beispiel für Dienst-am-Selbst-Denken. Die römisch-katholische Kirche war gegenüber der Kontrolle von Anderen „zu ihrem eigenen Wohl“ ausreichend zugeneigt, um viele Menschen zu Tode zu foltern, während versucht wurde, sie dazu zu bringen, ihre mutmaßlichen Sünden zu gestehen. In ihrem Denken musste der Körper sterben, damit die geständige Seele nicht in die Hölle gehen müsste.

Viele Unschuldige wurden zu Folter und Tod verurteilt, weil sie Heilkräuter gepflückt haben und deswegen der Hexenzauberei angeklagt wurden. Viele mehr sind gestorben, weil sie eine unbequeme Meinung hatten. Galileo Galilei, zum Beispiel, wurde durch die Inquisition dazu gezwungen, sich von Kopernikus‘ Theorie, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht anders herum, zu verleugnen. Die alte Sicht der Welt war die eines flachen Ortes, dem Zentrum des Universums, um das sich die Sonne und alle Sterne und Planeten bewegten. Galileo war überzeugt, dass Kopernikus Recht hatte. Man sagt, dass er damals gemurmelt hätte, „Und die Erde bewegt sich doch!“ Glücklicherweise hatten seine Verfolger nicht so ein gutes Gehör wie sein Biograph.

Wenn Sie heute auf die Weltbühne blicken, können sie vielleicht Beispiele von solch religiösem Fanatismus finden. Wie es scheint, gibt es in christlichen, muslimischen und jüdischen Welten Splittergruppen, die sich nach Armageddon (einem Weltuntergang) sehnen.

Machen, weil man es kann?

Der Dienst-am-Selbst-Pfad von Polarität (VI)

Warum macht er oder sie das? Weil sie es können. Und weil sie dem Pfad dessen folgen, was nicht ist, haben sie keinen Grund mich als jemanden zu sehen, den sie respektieren sollen. Mein Auto ist nur ein Objekt, an dem die Person nur wegen meiner naiven Beachtung der Straßenverkehrsregeln vorbeifahren kann. Wenn sie über die Person in dem Auto überhaupt nachdenken, denken sie von ihr als einen Trottel, nicht eine Person. Als von Natur aus zu Dienst-am-Selbst polarisierte Person können sie sich über alle Regeln hinwegsetzen, außer denen, die ihnen passen.

Starke Dienst-am-Selbst-Aspekte gibt es auch in der Struktur jeder organisierten Religion, welche die strikte Einhaltung der spezifischen Grundsätze eines Glaubenssystems verlangt. Die Geschichte liefert uns viele Beispiele von „heiligen“ Kriegen. Was für ein Widerspruch in den Begriffen! Es ist eindeutig klar, dass ein Schöpfer, dessen Natur bedingungslose Liebe ist, Kriege nicht billigt.

Aber die Leute, bei deren Identität „mein“ Dogma und „meine“ Religion die Basis geworden sind, neigen zu der Schlussfolgerung zu kommen, dass ihrer der einzige Weg zu glauben ist, und dass alle, die nicht so glauben, es benötigen, überzeugt zu werden, um den Rängen der wahren Gläubigen beizutreten oder um ausgelöscht zu werden; der Hölle nach diesem Leben übergeben, und einem Zustand des Nicht-Dazugehörens während dieses Lebens.

Wenn es nur Opfer oder potenziell Nützliche gibt

Der Dienst-am-Selbst-Pfad von Polarität (V)

Erinnern Sie sich an den Schulhofschläger in ihrer Grundschule? Er suchte sich seine Ziele üblicherweise unter denjenigen ohne Möglichkeit, sich selbst zu verteidigen, aus und klaute ihr Essensgeld oder forderte irgendeine andere Bezahlung, Tag um elenden Tag. Für den Schulhofschläger sind andere Menschen keine Menschen. Sie sind „Untermenschen“. Sie sind entweder potenzielle Opfer oder potenziell nützliche Alliierte.

Während wir aufwachsen, sehen wir fortgesetzt Schulhofschläger auf dem Spielplatz des alltäglichen Lebens. Wenn wir Auto fahren, ist die Straße immer reich an Schulhofschlägern. Es ist wahrscheinlich, dass wir von solchen Fahrern auf dem Weg zu einem Ziel geschnitten werden. Als ich morgens vor kurzem auf einer Fahrt in die Stadt eine Landstraße entlang tuckerte, und es so gut wie keinen Verkehr gab und soweit ich sehen konnte keinerlei Autos hinter mir waren, musste ich vier verschiedene Male bremsen, bevor ich die Autobahn erreichte, weil die hereinkommenden Autos unbedingt vor mir sein mussten, obwohl mein Auto das einzige auf der Straße war.

Hier ist ein weiteres Alltagsbeispiel des Dienst-am-Selbst-Denkens: In der Nähe meines Zuhauses gibt es zwei Kreuzungen mit Stoppzeichen in alle Richtungen. Sie sind die einzigen zwei Wege aus unserem kleinen Dorf heraus nach Osten, Süden und Westen. Jedes Mal wenn ich hinausfahre, komme ich durch die eine oder die andere Kreuzung und beachte das Stoppzeichen in alle Richtungen. Schon oft war ich mitten in dem Vorgang, bis zum Stillstand zu bremsen und dann weiterzufahren, wenn ein ankommendes Auto sieht, dass ich das Gesetz beachte und nicht schnell genug beschleunigen kann, dass ich ihn rammen würde. Also bremst der Fahrer (oder die Fahrerin) gar nicht, sondern rauscht vor mir durch die Kreuzung durch und ignoriert das Stoppzeichen.

Der Weg dessen, was nicht ist

Der Dienst-am-Selbst-Pfad von Polarität (IV)

Die Essenz der Dienst-am-Selbst-Herangehensweise an Leben ist Kontrolle über sowohl das Selbst als auch Andere. Die zu Dienst-am-Selbst polarisierende Person stimmt nicht zu, dass alles eins ist. Sie ist die Nummer Eins. Sie betrachtet ihren Nächsten nicht als sich selbst. Sie arbeitet aus dem heraus, was Psychologen ihr Ego nennen. Das operante Wort für das Ego ist „mein“. Sie sieht die Welt als Etwas, das sie verwenden soll, um sich selbst zu begünstigen . Wenn sie etwas möchte, wird sie es zu „ihrem“ machen.

Logischerweise muss sich die zu Dienst-am-Selbst polarisierende Person durch das identifizieren, was „ihres“ ist. Sie hat ihre eigene, wahre Natur verleugnet, welche bedingungslose Liebe ist. Sie kann nicht in ihr Herz schauen, welches sie sich weigert zu öffnen. In einer Welt, in der alles eins ist, sind wir alle zusammen hier drin. Dieses ganze Konzept ist von einem Dienst-am-Selbst-Standpunkt aus wertlos. Die Dienst-am-Selbst-Sicht ist dem Weg dessen, was nicht ist, verschrieben – dem Pfad des Selbst, allein gegen die Welt.

Und so identifiziert die Dienst-am-Selbst polarisierende Person sich selbst mit ihren Ideen, Absichten und Zielen, ihren Besitztümern und den Menschen und Dingen, die sie kontrolliert. Verloren in ihrem Ego, kann sie nicht loslassen von diesen identifizierenden Merkmalen, da sie keinen Zugang zur Untersuchung des Pfades dessen, was IST, hat – dem Weg zur Öffnung ihres Herzens. Ihr Festhalten an dem, was sie kontrolliert, ist klebrig, denn das, was sie für das ihre hält, definiert sie sich selbst gegenüber.

Nicht verurteilen, sondern beschreiben und verstehen

Der Dienst-am-Selbst-Pfad von Polarität (III)

In einem Universum der Einheit hat jeder von uns alle positiven und alle negativen Eigenschaften und Merkmale in sich. Wir haben in der Tat die ganze Schöpfung in uns, eingewickelt in die inneren Falten unseres Bewusstseins. Es liegt keine Verurteilung darin, jemandem einen Wert des Dienstes-am-Selbst zuzuordnen, den wir sehen, sei es in unserem persönlichen Leben oder wenn wir den Marsch der öffentlichen Ereignisse in den Nachrichten betrachten, solange wir den gleichen Wert uns selbst zuordnen und ihn auf der Schattenseite unseres Wesens aufspüren, um ihm innerhalb unseres Selbst direkt gegenüber zu treten.

Wenn wir eine angewiderte oder verurteilende Reaktion auf die Handlung einer anderen Person oder Gruppe erfahren, benutzen wir eine andere Person oder Gruppe als einen Spiegel, um unser eigenes Wesen anzuschauen. Wenn wir nicht mögen, was wir in diesem Spiegel sehen, ist das Beste für uns, etwas Zeit in Kontemplation damit zu verbringen, wo die Samen dieses scheinbaren Fehlers, den wir außerhalb unseres Selbst sahen, innerhalb unseres eigenen, inneren Wesens liegen.

Während ich über Dienst am Selbst schreibe, verurteile ich ihn also nicht. Ich versuche einfach, ihn zu beschreiben und Ihnen zu helfen, ihn zu verstehen, um zu vermeiden, davon kontrolliert oder versklavt zu werden.

Positiv und negativ ist sachlicher als gut und böse

Der Dienst-am-Selbst-Pfad von Polarität (II)

Eine zu Dienst-am-Selbst polarisierende Person wird wahrscheinlich viel mehr Kontrolle darüber haben, was sie sagt und tut, als eine positiv polarisierte Person. Sie wird auf Details achtgeben, die ihr einen Vorteil verschaffen, oder ihr Wege geben, um die Gedanken oder Handlungen Anderer effizienter zu kontrollieren. Man kann solche Menschen als böse bezeichnen, aber das verwickelt nur in das in Normalbuchstaben geschriebene Spielbrett, welches es liebt, zu urteilen und Unterschiede zwischen sich selbst und Anderen zu machen, die das Selbst „besser als …“ aussehen lassen.

Wenn Sie versuchen, die Worte „gut“ und „böse“ zu verwenden, während Sie dynamische Gegensätze von Polarität betrachten, mag es sein, dass Sie finden, dass diese Wörter zu viel emotionale Ladung tragen, um für Untersuchung geeignet zu sein. Für den Zweck, über diese Konzepte nachzudenken, ist es besser, die Begriffe positiv und negativ, wie bei magnetischen Polen, zu verwenden. Dann wird kein emotionales Urteil gefällt, während diese Konzepte diskutiert werden.

Ich schlage nicht vor, dass Sie in der Verfolgung unvoreingenommenen Denkens das zu umarmen brauchen, was Sie als böse betrachten. Ich schlage nur vor, dass es hilft, die neutralen Begriffe positiv und negativ zu verwenden, anstatt gut und böse und richtig und falsch. Diese zwei Dynamiken – gut und böse und richtig und falsch – sind relative Begriffe. Verschiedene Dinge sind für Menschen und Gruppen von Menschen gut, angemessen und richtig. Da die Begriffe, positiv und negativ, mit der Natur eines polarisierten Magneten verbunden sind, ermöglichen sie uns eine größere Annäherung an objektive Begriffe.