Peace Pilgrim „walked the talk“

Pilgerin des Friedens (III)

Sie machte sich ein eigenes Leibchen, ärmellos und hüftlang, aus einer Art Stoff, wie meine Großmutter ihn als Schürze getragen hat. Darauf stickte sie den Schriftzug „PEACE PILGRIM“ (Friedenspilgerin). Die Rückseite bestickte sie mit der Beschriftung „Zu Fuß für den Frieden von Küste zu Küste“ und später „25.000 Meilen zu Fuß für den Frieden“. Sie besaß nun nur ein Outfit – ein navyblaues Shirt und eine Hose, das geschneiderte Leibchen, Socken und Laufschuhe. Sie wusch die Kleidungsstücke, wenn sie konnte. All ihre verbleibenden Besitztümer befanden sich in ihren Taschen und bestanden aus einem Stift und etwas Papier, auf dem sie schreiben konnte, da sie ständig Briefe erhielt, obwohl sie keine Adresse hatte! Sie begann ihre Pilgerreise am Kopf der Rose Bowl Parade 1953 und machte sich dann auf Richtung Osten und überbrachte elf Monate später Friedenspetitionen an das Weiße Haus, als sie die Ostküste erreichte. Sie beendete ihren Friedenslauf jedoch nicht, sondern lief und sprach für den Rest ihres Lebens und durchquerte die Vereinigten Staaten sechs Mal. Überall dort, wo Menschen sie einluden, hielt sie einen Vortrag oder eine Rede. Nach den ersten 25.000 Meilen hörte sie damit auf, die Meilen zu zählen! Am Ende ihres Lebens merkte sie an, dass Ruhm hilfreich für ihr Anliegen war, aber weil mehr Menschen begannen, sie hier und da sprechen hören zu wollen, fand sie sich selbst wieder, wie sie auf Flugzeuge gesetzt und zu Veranstaltungen geschickt wurde und überhaupt nicht viel lauf konnte. Sie sagte, dass sie es vermisste.

Peace Pilgrim trug kein Geld bei sich und wollte keine Spenden akzeptieren. Sie aß nur, wenn ihr jemand etwas anbot. Sie war, in einem Wort, furchtlos. Und das brauchen wir nicht überraschend zu finden. Schließlich waren Menschen, für sie, Lichter. Sie sah sie auf der Ebene der Seele. Sie waren alle eins mit ihr. Und in all ihren Meilen des einsamen Laufens wurde sie kein einziges Mal auf rohe oder unzivilisierte Weise behandelt. Menschen, die sie kannten, sagten, dass etwas um sie herum war, das sie beschützte. Peace Pilgrim sagte, dass sie einfach allen in die Augen schauen und sie lieben würde. Einmal wurde sie gefragt, warum ihre Botschaft so besonders sei, und sie antwortete, dass es nichts Neues oder Besonderes an ihrer Friedensbotschaft geben würde, außer ihrer Art sie zu praktizieren. Sie „walked the talk“[1], buchstäblich, 28 Jahre lang. 1981 ging sie aus dem Leben.


[1] Tun, was man sagt.

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